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Regattatrimm Vorgabe von Haase-Segel



 
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Patrick




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 29.06.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Gelting-Mole

BeitragVerfasst am: 02.07.2008, 12:45    Titel: Regattatrimm Vorgabe von Haase-Segel Antworten mit Zitat

Lieber Folke-Freund,

als aktiver Regatta-Segler wissen Sie, dass es selbst in der Spitzengruppe bei gleichen Segeln und gleichen Bedingungen ganz erhebliche Trimmunterschiede gibt. Dies konnten wir ganz deutlich selbst bei so hochklassigen Veranstaltungen wie dem Goldpokal feststellen. Der eine fährt seine Fock bei Hack ganz weit innen mit relativ offenem Achterliek, der nächste ganz weit außen mit geschlossenem Liek und der dritte in der Mitte mit halboffenem Liek. Alle sind per Saldo gleich schnell.





Da das Folkeboot relativ trimmsensibel ist, kommt es auf die Kombination einer ganzen Reihe von Faktoren an, hier nur die wichtigsten: Windstärke- und Beständigkeit, Welle, Vorlieben des Steuermanns.

Da uns die Klassenvorschriften beim einfachen und schnellen Verstellen von Wanten- und Vorstagsspannung einschränken und sich innerhalb der Klasse auch eine Längsverstellung der Holepunkte nicht durchgesetzt hat, muss man bei allen Trimmüberlegungen Kompromisse machen. Tut man dies nicht, ist man entweder auf der Kreuz oder auf dem Vormwindkurs wahrscheinlich langsam.

Trotzdem können wir ein paar Hinweise geben, die sich bei unseren Segeln besonders bewährt haben:

Mastfall:

Wir empfehlen einen Mastfall von etwa 80 cm. Gemessen wird der Mastfall bei einem regattaklaren Boot ohne Crew an Bord. Also sämtliches "Gerümpel" außer den vorgeschriebenen Dingen von Bord! Nun wird am besten ein Zollstock (Nullpunkt Achterkante Mast) am Großbaum so festgetapt, dass man diesen vom Schlengel aus ablesen kann.

Jetzt wird das Großfall mit einem Bändsel verlängert und mit dem Anker so beschwert, dass sich dieser frei über das Deck bewegen kann. Das nun am Zollstock abgelesene Maß ist der Mastfall.

Bei der Einstellung beachten:
Mast muss an der Achterkante der Decksdurchführung anliegen, das Vorstag muss unter Spannung stehen.
Je nach Windstärke sollte der Mastfall zwischen 75cm (Flaute) und 88 cm (Hack) verändert werden. Aber auch mit nicht während einer Regatta veränderter Masteinstellung können Sie schnell segeln, wie zum Beispiel die "Positiv" G-731 mit permanent 88 cm. Auf diesem Boot wird schnell und effektiv mit der Fockfallspannung gearbeitet. Mehr Fall bringt grundsätzlich mehr Höhe (und eventuell etwas mehr Speed) an der Kreuz, aber auch leichte Nachteile auf dem Vormwind-Kurs. Grundsätzlich sollte das Boot leicht luvgierig eingestellt werden. Ein zu neutrales Verhalten kostet fast immer Höhe. Auf der anderen Seite bringt es nichts, wenn Sie mit dem Ruder ständig mehr als 3 - 5° korrigieren müssen.

Wantenspannung:

Auch ein heikles Thema. Wir empfehlen die Wanten relativ lose zu fahren, damit der Mast trotz relativ großem Fall auf dem Vormwindgang im Topp (bei völlig gefiertem Achterstag) im Ganzen nach vorn klappen kann. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob der Mast gerade im Schiff steht, sollten Sie die Dichtmanschette an Deck lösen und per Auge oder Zollstock prüfen, ob der Mast in seitlicher Richtung gerade im Deck steht. Achtung: Bei Kunststoffbooten kann diese Methode unkorrekt sein, da das Mastloch ca. 2,5 cm seitwärts versetzt sein kann. Nach obiger Methode getrimmt steht der Mast dann schief im Schiff. Stellen Sie also zunächst erst fest, ob das Mastloch genau mittschiffs ist. Ist dieses nicht der Fall, stellen Sie Ihren Mast gerade, indem Sie mit dem Großfall ein Stahlbandmaß bis zum Anschlag hochziehen. Sodann jeweils auf das Bord bzw. StBord-Pütting messen. Dazu müssen vorher aber Vorstag und Wanten fest gezogen sein. Steht der Mast nicht gerade wird die Korrektur mit dem Einstellen der Wanten erreicht. Wantenspannungs-Messgeräte sind wegen der geringen Spannung eher ungeeignet.
Sie können zur Kontrolle aber auch mit dem Fockfall ein Bandmaß bis zum Anschlag ziehen und jeweils auf das Wantpütting messen. Steht der Mast ausgewogen sind die Messergebnisse gleich.

Um das Einstellen der Wanten zu vereinfachen messen Sie wie folgt: Wanten und Stag lösen. Parallel am Mast nach unten ziehen und die Segelmessmarke mit Filzstift auf den Draht übertragen. Ab dieser Markierung messen Sie bis
Püttingbolzen für das Vorstag 1,32m und die Wanten 1,08 m. Die Wanten wieder festgemacht soll jetzt der Mast fest an Hinterkante Mastloch anliegen.

Jumpstagspannung:

Die Jumpstagen sollten so lose wie möglich gefahren werden. Hierzu kann keine präzise Angabe gemacht werden, weil weichere Masten eine höhere Spannung benötigen als harte Ausführungen. Der Mast muss möglichst schon aus dem Deck bei dichtgezogenem Achterstag harmonisch bis in den Topp biegen. Bei zu losen Jumpstagen und harten Masten biegt oftmals nur der Topp.
Bei extrem harten Masten kann man den Fuß durch Verschieben des Mastes nach achtern im Fußbereich im unteren Stück vorspannen. Diese Methode geht allerdings auf das Mastloch...

Auf alle Fälle soll die Mastkurve so eingestellt sein, dass sich aus dem Bereich der Jumpstagen heraus keine Spannungsfalten diagonal durch das Segel in Richtung Schot ziehen. Ist dieses der Fall, müssen die Jumpstagen angezogen werden

Leichtwind-Trimm (1 - 2 Bft)

Großsegel:

Am Wind:
Traveller:
max. nach Luv, der Baum darf jedoch nicht über die Schiffsmitte hinaus nach Luv gezogen sein.


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
relativ dicht, Spannungsfalte parallel zum Baum darf gerade entstehen. Bei “Restwelle“ jedoch loser fahren


Baumniederholer:
lose


Achterstag:
lose, bzw. nur zum Kontrollieren des Achterliek- Twist
einsetzen


Schot:
relativ lose, Toplatte darf nicht nach Luv klappen

Raumschots:
Traveller:
mittschiffs oder nach Lee


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
fieren bis Spannungsfalte parallel zum Baum weg


Baumniederholer:
leicht dichtholen


Achterstag:
völlig lose


Schot:
weit gefiert

Vormwind:
Traveller:
mittschiffs


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
ganz fieren bis senkrechte Falten entstehen


Baumniederholer:
leicht dichtholen


Achterstag:
völlig lose


Schot:
max. gefiert


Fock: Achtung alle Angaben gelten für Holepunkt an Deck

Der Holepunkt der Fock sollte etwa so eingestellt werden, dass die Verlängerung der Fockschot Richtung Segel auf der Winkelhalbierenden zwischen Unterliek und Achterliek liegt.
Holepunkt auf Deck: Bei nach obigen Maßen eingestellten Wanten und Vorstag befindet sich der Schotblock (senkrecht stehend) 2,68 m von Vorstagbolzen entfernt.
Holepunkt auf der Kajüte: Bei nach obigen Maßen eingestellten Wanten und Vorstag befindet sich der Schotblock (senkrecht stehend) 2,52 m von Vorstagbolzen entfernt.
Die genannten Maße sind Mittelwerte. Selbstverständlich müssen Sie den unterschiedlichen Winden angepaßt werden.
Bei Kunststoffbooten der Folkeboot-Centralen sollten hinter dem Holepunkt etwa drei Schrauben und ein Loch sichtbar sein. Auf der Kreuz eventuell nach innen barbern. Ganz leichte Vorliek-spannung, eben angedeutete Querfalten an den Stagreitern schaden nicht. Das Windbändsel im AL darf gerade eben umklappen.

Vorsicht:
Lieber etwas zu wenig als zu viel Schotspannung, das Segel sollte im Unterliek etwas Bauch und Achterliek einen leichten Twist haben. Lassen Sie das Boot fahren, verzichten Sie ruhig auf das letzte Quentchen Höhe.

Mittelwind-Trimm (3 - 4 Bft.)

Großsegel:

Am Wind:
Traveller:
mittschiffs


Cunningham:
bis leicht dicht, Falten nur noch ganz leicht vorhanden


Unterliek:
dichter, Spannungsfalte parallel zum Baum


Baumniederholer:
lose


Achterstag:
lose, bzw. nur zum Kontrollieren des Achterliek- Schot: dicht

Raumschots:
Traveller:
mittschiffs


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
ca. 4-5 cm fieren


Baumniederholer:
so dicht, das das Großsegel nicht am Jumpbock
anliegt


Achterstag:
lose, Vorstag darf nicht hin- und herschlagen

Vormwind:
Traveller:
mittschiffs


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
ca 5 cm fieren


Baumniederholer:
so dicht, dass das Großsegel nicht am Jumpbock anliegt


Achterstag:
lose, Vorstag darf nicht hin- und herschlagen Im Gegenzug Fockfall leicht anziehen


Schot:
Baum bis zum Want auffieren


Fock: Achtung alle Angaben gelten für Holepunkt an Deck

Holepunkt-Grundeinstellung und Vorliekspannung wie bei Leichtwind. Bei Mittelwind muss mehr Schotspannung gefahren werden. Es darf sich jedoch keine Zugfalte im Unterliek bilden. Der Twist des Achterlieks sollte zum Großsegeltwist passen (kann man über das Heck mit Blick in die Achterlieken
ganz gut peilen). Wieder leicht nach innen barbern oder dichter; falls Sie auf der Kajüte schoten

Auf dem Vormwindkurs das Fockfall etwas durchsetzen, um den Mast mehr nach vorn zu trimmen. Parallel zum Vorliek darf dabei jedoch keine Spannungsfalte entstehen.

Hack-Trimm (5 - 7 Bft.)

Großsegel:

Am Wind:
Traveller:
mit zunehmendem Wind immer weiter nach Lee


Cunningham:
handwarm dicht, Falten weg


Unterliek:
maximal dicht, Spannungsfalte parallel zum Baum


Baumniederholer:
lose


Achterstag:
dicht, aber nicht steif


Schot:
möglichst maximal dicht (besonders wenn Traveller schon ganz in Lee)

Raumschots:
Traveller:
ganz in Lee


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
ca 3 cm fieren


Baumniederholer:
max. dicht, dass das Großsegel nicht am Jumpbock anliegt


Achterstag:
lose, Vorstag darf nicht hin- und herschlagen

Vormwind:
Traveller:
mittschiffs


Cunningham:
lose, Querfalten ignorieren


Unterliek:
ca 5 cm fieren


Baumniederholer:
so dicht, dass das Großsegel nicht am Jumpbock anliegt. Eventuell etwas fieren, damit der Baum nicht bricht (>6 Windstärken)


Achterstag:
lose, Vorstag darf nicht hin- und herschlagen


Schot:
bis zum Want auffieren


Fock: Achtung alle Angaben gelten für Holepunkt an Deck

Holepunkt-Grundeinstellung etwas weiter achtern und weiter außen (Barberholer los - falls Sie auf der Kajüte schoten nach außen barbern). Bei Hack muss das Unterliek maximal dicht sein und das Achterliek öffnen. Kräftige Fallspannung ist hilfreich (wirkt ähnlich wie Großsegel-Cunningham)

Grundsätzliches:

Das Boot sollte auf der Kreuz außer bei ganz leichten Winden immer so aufrecht wie möglich gesegelt werden. Mehr als 20° Krängung führt zu erheblicher Abdrift, ist jedoch bei Böen und richtigem Starkwind nicht immer zu vermeiden. Bei Hack sollten Sie sich richtig an die "Windkante" tasten, auch wenn das Vorliek der Fock dabei manchmal unruhig wird. Da wir für Hack empfehlen den Traveller möglichst weit nach Lee zu fahren, muss gleichzeitig darauf geachtet werden die "Düse" zwischen Groß und Fock nicht zu schließen, der Wind kann aus der Fock sonst nicht mehr gut abströmen.

Wenn Sie einen langen Spibaum von Erik Andreasen fahren (ca 3,20 lang), sollte dieser auf dem Vormwindkurs mit dem "Spibaumverkürzer" auf ca. 2,90m gekürzt werden. Andernfalls ist die Fock zu weit aufgefiert. Das Unterliek sollte dabei nicht ganz dicht sein, weil ein "Brett" keinen optimalen Vortrieb erzeugt. Allerdings kosten zu lose Lieken projezierte Fläche.

Wir hoffen Ihnen hiermit ein paar sinnvolle und hilfreiche Tipps geben zu können, weisen allerdings nochmals darauf hin, dass es keine exakten Anweisungen geben kann, da zu viele Variablen mitspielen. Scheuen Sie sich nicht sich bei Regatten an unsere erfolgreichen Segler zu wenden. Sie werden Ihnen in sportlicher, fairer Offenheit gern Tipps geben und weiterhelfen.
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